31 : 29
(14 : 16)

Dessau-Rosslauer HV 06

Patzwaldt (25. Ambrosius) - Nowak (6), Danneberg (5), Löpp (3) - Pust (3), Grüner (3) - Neagu (2) – Hadzimuhamedovic (7/6), Schüler (2), Powarzynski, Ciudad – Nicht eingesetzt: Misovych

Die Eulen Ludwigshafen

Boieck (18., 30. Wenning bei 2 Siebenmetern) - Leun (6), Eisel (3), Schmitt (4) - Straub (4), Kleinsteuber (5) - Röller (2) – Schwarz (1), Schwarzer (3/3), Falk, Müller (1), Menges, Waldvogel – Nicht eingesetzt: Daniel, Zeimet
Spielverlauf: 0:1 (44. Sekunde), 2:1 (3.), 6:8 (14.), 9:13 (23.), 12:16 (26.), 14:16 (Halbzeit), 15:18 (35.), 18:21 (40.), 19:22 (40.), 22:22 (47.), 25:23 (51.), 25:25 (53.), 27:27 (56.), 29:27 (58.), 31:29 (Ende)
Siebenmeter: 7/6 - 4/3
Rote Karten: -
Zeitstrafen: 4/3
Zuschauer: 1489
Schiedsrichter: Lukas Müller/Robert Müller

„Ein paar kleine Fehler zu viel“

04.09.2026 22:31 // hk

Zweites Spiel, zweite Niederlage: Die Eulen verspielen im Freitags-Krimi in der Anhalt-Arena ihre Führung, in der 50. Minute geht Dessau erstmals nach der 3. Minute wieder in Führung (24:23). Vier Minuten vor Schluss gleichen die Eulen nochmals aus (27:27), verlieren aber beim Dessau-Roßlauer HV 06 vor 1489 Zuschauern 29:31 (16:14).

In Überzahl das Spiel abgeschenkt

„Wir hatten Glück, dass wir zur Halbzeit nur 14:16 zurück lagen“, gestand HRV-Coach Vanja Radic nach der hoch emotionalen Partie. „Für uns ist es ein sehr bitterer Abend, weil wir jetzt nach 60 sehr hart umkämpften Minuten und einem sehr guten Spiel meiner Mannschaft ohne Punkt dastehen“, bilanzierte Eulen-Trainer Michael Haaß: „Wir haben sehr viel investiert heute und haben ein gutes Spiel gemacht, haben über 60 Minuten eine sehr stabile Abwehr gestellt. Es war ein sehr enges, hart umkämpftes Spiel. Wir waren lange Zeit in Führung und schenken das Spiel in Überzahl ab. Wir machen ein paar kleine Fehler zu viel …“ Nächsten Freitag (19.30 Uhr) geht’s mit dem Heimspiel gegen den TV Großwallstadt weiter, der am Freitagabend beim 28:33 gegen SC DHfK Leipzig ebenfalls die zweite Saisonniederlage quittierte.

Auch Bülow, Krawczyk und Zobel fallen aus

Die Eulen bleiben auch in dieser Saison vom Pech verfolgt: Das „Lazarett“ mit Bruno Eickhoff, Mihailo Ilic und Sebastian Bösing tut schon weh. Die Personallage hatte sich vor dem Spiel in Dessau aber weiter zugespitzt. Regisseur Vincent Bülow, vor Wochenfrist angeschlagen in die Auftaktpartie gegen Ferndorf gegangen und früh ausgeschieden, fiel wegen einer Bauchmuskelverletzung aus. Er fieberte in der alten Heimat auf der Tribüne mit. Seine ruhige Hand und seine Übersicht wurden vermisst. Linkshänder René Zobel, der Hüne, fehlte bei der Dienstreise nach Dessau wegen einer Blessur im Adduktorenbereich. Eine Knieverletzung machte den Einsatz von Torhüter Pawel Krawczyk unmöglich. Der 21-Jährige muss sich mutmaßlich einer Meniskus-OP unterziehen. Ihn ersetzte Philipp Wenning. Außerdem rückte Kreisläufer Noa Zeimet aus dem HLZ-Talentschuppen in den Kader, blieb aber wie Phileas Daniel ohne Einsatz.

Zur Pause 16:14 vorne

Vier Minuten vor der Pause traf Kian Schwarzer vom Siebenmeterstrich – die Eulen führten 16:12. Der Linksaußen verwandelte drei seiner vier Siebenmeter. In den Schlussminuten der ersten Halbzeit aber riss der Faden erstmals. Ein Fehlpass von Matteo Menges lud Tim Grüner zum Gegenstoß und zum Anschlusstreffer ein. Per Siebenmeter verkürzte Alen Hadzimuhamedovic kurz vor der Pause auf 14:16. Zwei Unkonzentriertheiten hatten die Eulen um eine klarere Führung gebracht. Ein Rückhalt in den ersten 30 Minuten war Torhüter Janis Boieck mit sieben Paraden. Sehr wirkungsvoll die Abwehr mit Monty Kleinsteuber im Innenblock. Das schönste Tor in den ersten 30 Minuten fabrizierte Simon Schwarz nach Schmitt-Zuspiel per Rückhand zur 10:8-Führung der Eulen.

Finn Leun treffsicher

In der 40. Minute sah’s wieder richtig gut aus für die Eulen, als Finn Leun mit einem linken Hammer für das 22:19 sorgte. Einige vergebene Chancen, technische Fehler – und die Führung schmolz. Der Innenblock – notgedrungen mal wieder improvisiert, leistete mit dem lange verletzten Lars Röller (2 von 2) und dem starken Monty Kleinsteuber (5 von 6) gute Arbeit. Bester Werfer der Eulen: Finn Leun (6 von 8). „Vielleicht waren wir in der entscheidenden Phase ein bisschen zu hektisch. 55 Minuten haben wir ein gutes Spiel gemacht“, haderte der im Abschluss stark verbesserte Leun. „Die Zuschauer haben eine tolle Atmosphäre geschaffen“, lobte Trainer Haaß die Stimmung in der Arena. Die Stimmung kochte hoch, als Dessau zwischen der 40. und 47. Minute mit einem 3:0-Lauf aus dem 19:22 ein 22:22 machte. „Mit jedem Tor, das sie machen, wurde die Brust breiter“, anerkannte Torwart Boieck. „In der Zweikampfführung hätten wir noch mehr zulegen können, dann waren dann doch zu viele Lücken da“, meinte Monty Kleinsteuber. Noch einmal führten die Eulen durch Schmitt (23:22, 48. Minute), Tim Grüner egalisierte, Matteo Menges verfehlte das Ziel, und dann hatte Dessau seinen Yannick Danneberg: 24:23 (50.). Nach dem 25:23 kamen die Eulen nochmals zurück, Leun verkürzte, Eisel glich mit einem Konter aus (25:25., 53.). In der 55. Minute gelang Kleinsteuber mit einem abgezockten Wurf ins kurze Eck das 26:26, Eisel sorgte in Minute 56 für das 27:27. Aber Grüner mit einem gefeierten Kempa und Mika Schüler stellten auf 29:27. Theo Straub (4 von 4) markierte noch einmal ein Anschlusstor, das ließ Hoffnung keimen, die Dessau-Kapitän Marcel Nowak mit seinem sechsten Treffer zunichtemachte. Am Ende hieß es 31:29.

Kopflos ins Verderben

„Wir spielen in der zweiten Halbzeit ein bisschen kopflos, versuchen vorne nur noch reinzurammeln, rennen uns immer wieder fest“, betrieb Friedrich Schmitt Ursachenforschung. Der Torjäger machte 4 von 7, kam wie Kapitän Eisel (3 von 9) auch auf 5 Assists. „Wir haben am Ende der zweiten Halbzeit im Angriff keine Lösungen gefunden“, sagte Torhüter Janis Boieck, der auch die Schwächen bei eigener Überzahl ansprach: „Wir haben einmal ein 7 gegen 5 nicht gelöst.“ So stark er vor der Pause hielt, so wenig gelang Boieck nach dem Seitenwechsel, als er nur noch eine Parade hatte. Selbstkritisch erklärte der Schlussmann: „Es gehört auch dazu, dass ich in der zweiten Halbzeit kein gutes Spiel mache. Wenn ich den ein oder anderen Ball mehr halte …“

Ein Schritt nach vorne

„Am Freitag haben wir eine neue Chance“, sagte „Micha“ Haaß mit Blick auf das kommende Heimspiel gegen Großwallstadt, das Abstiegskampf pur verheißt. „14 von 18 Mannschaften kämpfen ums Überleben“, betonte der Coach. Er sah bei seiner Mannschaft „in allen Bereichen einen Schritt nach vorne: emotional, kämpferisch. Auch spielerisch war es viel besser als zuletzt.“

Fotos: Dessau-Roßlauer HV 06

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